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Der Anlass für eine Paartherapie
Am Anfang der Partnerschaft war von
Liebe die Rede. Sie fühlten sich durch den Partner
oder die Partnerin bestätigt und waren für
ihn oder sie etwas Einzigartiges. Es war leicht, sich
auch selber von der besten Seite zu zeigen. Irgendwann
kommt bei allen Paaren jedoch eine Phase der Ernüchterung.
Plötzlich werden auch die Schattenseiten des anderen
sichtbar, und man selber stößt ebenfalls
an seine Grenzen.
Neue Lebensereignisse wie die Geburt
eines Kindes, der Beginn einer neuen Arbeit, der Ausbruch
einer Krankheit oder der Tod der Eltern müssen
bewältigt werden. Das setzt die Fähigkeit
zur Auseinandersetzung und die Bereitschaft zur Veränderung
voraus. Jedes Paar findet seinen eigenen Weg und vielen
gelingt es, trotz der Ernüchterung und der Belastungen
eine zufriedenstellende Beziehung aufzubauen. Manchmal
führen diese Herausforderungen aber zu einer Überforderung
eines oder beider Partner.
Es kann sein, dass
- Sie sich nicht mehr verstanden fühlen
- Sie sich voneinander zurückziehen und eigene Wege gehen
- Sie sich gegenseitig kränken und verletzen
- Anfängliche Liebesgefühle versiegen oder in Wut- und Hassgefühle umschlagen
- Sexuelle Probleme auftreten
- Der Wunsch nach einer anderen Beziehung oder nach einer Trennung entsteht.
Paare, die sich in einer solchen Situation zur gemeinsamen
Beratung oder Therapie anmelden, geben als Anlass am
häufigsten Kommunikationsstörungen, Sprachlosigkeit,
heftige Streitigkeiten, Untreue oder Probleme in der
Sexualität an.
Sexuelle Lustlosigkeit
Sie beschäftigt nicht nur heute viele Paare, sondern ist schon seit
langem bekannt: Unter dem Namen Vaginismus oder Impotenz war die sexuelle Lustlosigkeit
auch in früheren Generationen ein verbreitetes, aber tabuisiertes Problem.
Unter sexueller Lustlosigkeit versteht man ein fehlendes
sexuelles Verlangen, das Nichtvorhandensein des Wunsches nach sexuellem Austausch
mit dem Partner oder der Partnerin, oftmals aber auch grundsätzlich und
in vielen Fällen über Jahre hinweg.
Die Ursachen dafür können vielfältig sein: Stress, organische
Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können hier eine Rolle spielen,
ebenso auch psychische Probleme. Sexuelle Lustlosigkeit kann auch Ausdruck ungelöster
und für das Paar allein kaum lösbarer Partnerschaftskonflikte sein.
Eine Paartherapie eröffnet an dieser Stelle neue Wege:
Nachdem organische oder nicht partnerschaftsbedingte Ursachen ausgeschlossen
sind gilt es, gemeinsam mit dem Therapeuten oder der Therapeutin die Ursachen
herauszufinden. Mitunter ist dies schon ein großer Schritt auf dem Weg
zur Konfliktlösung. Wenn die sexuellen Probleme im Vordergrund
stehen hilft oft auch eine Verhaltenstherapie, in der die Partner
lernen, wieder miteinander Körperkontakt aufzunehmen und Schritt für
Schritt die Freude an einer erfüllten Sexualität wiederzufinden.
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