Im Zentrum der Beratung stehen Ihre Bedürfnisse.
Wir klären mit Ihnen die Fragen und Konflikte, die Sie beschäftigen und richten
unser Angebot danach aus. Als neutrale Dritte bieten wir Ihnen im Gespräch eine
Struktur, in der beide Partner ihre Sicht- und Erlebensweise schildern und
gemeinsam Lösungswege erarbeiten können. Neben der Arbeit an den bestehenden
Konflikten ist es uns wichtig, die vorhandenen Stärken und Ressourcen der
Beziehung mit in die Arbeit einzubeziehen.
Unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche und
Vorstellungen klären wir, wer von uns das Ihnen am besten entsprechende Angebot
machen kann. Alles Weitere vereinbaren Sie dann mit der jeweiligen Kollegin/dem
Kollegen.
Paarberatung oder Paartherapie beim Thema Fremdgehen, Fremdbeziehung, Untreue,
Geliebte oder Geliebter, Außenbeziehung, Dreiecksbeziehung
Bevor die Paartherapie oder Paarberatung beginnt
Den Dritten mit einbeziehen?
Den Geliebten oder die Geliebte mit einzubeziehen ist immer noch mit einem
Tabu belegt. Ein Gespräch zu dritt kann dem Betrogenen meistens nicht zugemutet
werden, aber nach Absprache mit ihm oder ihr kann ein Therapiegespräch
mit den Untreuen und der Geliebten geführt werden oder Einzelgespräche
mit der oder dem Geliebten geführt werden. Dadurch erhält der Paartherapeut
einen Einblick in die Situation aller Beteiligten und baut der Gefahr vor, allzu
parteilich zu werden. Außerdem wird die/der Geliebte in diesen Gespräche
oft mit seinem eigenen Wollen konfrontiert, was oft aus Rücksicht auf den
Untreuen vermieden wird und sich positiv auf den weiteren Klärungsprozess
auswirken kann.
Die Kinder mit einbeziehen?
Betrogene Ehepartner wollen oft die Kinder mit einbeziehen, um den untreuen
Partner unter Druck zu setzen und die eigene Position zu stärken. Darauf
sollte der Paartherapeut nicht eingehen, denn es handelt sich dabnei immer um
einen Missbrauch der Kinder. Paar- und Elternebene werden dabei vermischt. Allerdings
sollte schon geklärt werden, wie das Ehepaar auf der Elternebene mit der
Aufklärung der Kinder zu diesem Problem umgehen könnte. Auf keinen
Fall sollte der „Treue“ die Aufgabe allein übernehmen, die Kinder über
die Fremdbeziehung des Partners zu informieren.
Paartherapie oder Einzeltherapie?
Die Krise der Dreiecksbeziehung ist außer einer Krise der Paarbeziehung
immer auch eine Krise der beteiligten Individuen. Es sind zwar ausführliche
Paargespräche nötig, andererseits aber muss immer wieder der Prozess
der einzelnen, auch der Geliebten, im Auge behalten und unterstützt
werden. Der Paartherapeut sollte neben den Paargesprächen immer auch Einzelgespräche
anbieten. Der „betrogene“ Ehepartner braucht wegen der Kränkung in besonderem
Maß Verständnis und Unterstützung. Auch die eigenen Anteile
am Geschehen lassen sich mit dem „Betrogenen“ oft leichter besprechen, wenn
der „untreue“ Partner nicht dabei ist.
Für den „Untreuen“ können Einzelgespräche deshalb wichtig
sein, weil er dann offen über sein Erleben in der Außenbeziehung
sprechen kann. Nicht selten passt diese genau zu den Lebensthemen, mit denen
er ohnehin gerade in seinem Leben konfrontiert ist.
Die Auseinandersetzung mit der Paarbeziehung, und darum auch die Paargespräche,
sollten den zentralen Stellenwert behalten. Die Einzelgespräche sollten
daher so konzipiert sein, dass sie immer wieder ins Paargespräch zurückführen
und dieses vorantreiben.
Die Rolle des Paartherapeuten
Beim Thema Dreiecksbeziehung betritt der Paartherapeut einen Tabubereich,
dem etwas Peinliches und Verbotenes anhaftet. Außerdem hat es u.U. eigene
schmerzhafte Erfahrungen dazu gemacht oder wurde mit dem Thema Fremdgehen in
seiner in seiner Herkunftsfamilie konfrontiert. Die Frage, die der Therapeut
zu beantworten hat, lautet: Wenn ich alle diese Einflüsse ernst nehme,
was ergibt sich dann daraus für meine persönliche Einstellung zur
Dreiecksbeziehung? Welche Gefühle bewegen mich, welche Erlebnisse und Erfahrungen
bringt das Thema Untreue in mir hoch, zu welchen Urteilen neige ich für
wen bzw. gegen wen bin ich geneigt, spontan Stellung zu beziehen? Je bewusster
der Therapeut mit den Fragen umgeht, desto geringer ist die Gefahr der Parteinahme
und Abwertung eines Ehepartners.
Ein wichtiger Grundsatz in der Paartherapie beim Thema Untreue ist: Kontakt
herstellen. Wenn ein echter Kontakt hergestellt worden ist, gelingt es dem Therapeuten
fast immer, den Klienten zu verstehen und zu schätzen. Das könnte
auch ein wichtiger Grund sein, um die Geliebte in die therapeutische Arbeit
einzubeziehen.